Streuobstwiese Weg

Wissenswertes


Ausgangslage

Die Artenvielfalt steht in der Schweiz unter Druck. Fördermassnahmen zeigen zwar lokal Wirkung, doch die Biodiversität ist in einem schlechten Zustand und nimmt weiter ab. Ein Drittel aller Arten und die Hälfte der Lebensraumtypen der Schweiz sind gefährdet.1

Hochstamm-Obstbäume sind ein hochinteressanter Lebensraum, welcher zahlreichen Tieren Nahrung und Schutz bietet. Je grösser ein solcher Hochstamm-Obstgarten ist, desto mehr verschiedene Tierarten leben darin. Viele Vögel sind auf alte Obstbäume angewiesen, um darin ihre Jungen aufzuziehen, sei es in Höhlen oder in Nestern im Geäst. Gartenrot- schwanz, Wendehals, Wiedehopf und Steinkauz sind typische Bewohner des Biotops Hochstamm-Obstbaumgarten. Sie finden darin Nistmöglichkeiten und Nahrung, da u.a. viele Insekten den Baum und die darunter liegende Wiese bevölkern. Zu erwähnen ist auch der Erhalt der Bienen, die dafür sorgen, dass wir im Herbst Obst ernten können.2

1950 gab es in der Schweiz noch 15 Millionen Hochstammbäume. Heute liegt der Bestand gemäss Bund bei noch rund 2.2 Millionen. Mit den Hochstammbäumen verschwinden diese wichtigen Lebensräume.3

Mit dem Aufbau einer Streuobstwiese in der Gemeinde Emmen setzen wir ein Zeichen gegen den aktuellen Trend des Artenverlustes. Die Streuobstwiesen können als Trittsteine für die ökologische Infrastruktur in unserer Umgebung funktionieren. Sie sollen auch zur Sensibilisierung beitragen, in dem die lokale Bevölkerung informiert und motiviert wird, mitzuhelfen. Wir planen auch wiederkehrende Workshops und Begehungen.

Quellen:
1 https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/biodiversitaet/inkuerze.html, 9.1.23
2 http://hochstammboerse.ch/wissen-und-information/biodiversitaet/, 9.1.23
3 https://www.srf.ch/news/schweiz/biodiversitaet-und-tradition-bauer-geld-kann-die-arbeit-an-hochstammbaeumen- nicht-abgelten, 30.4.23

Umsetzung

Wir freuen uns, die Gemeinde Emmen als Partnerin für unser Projekt gewonnen zu haben. Dank der gemeinsamen Eingabe dürfen wir auf Fördergeld des Kantons Luzern für Biodiversität im Siedlungsraum zurückgreifen und so einen Teil der Kosten damit decken. Die damit verbundene Situationsanalyse durch professionelle Beratende wurden geeignete Aufwertungsflächen für Streuobstwiesen in Emmen identifiziert.

Die ersten Hochstammbäume finden ab spätem Herbst 2024 ihre neuen Wurzelplätze in unmittelbarer Nähe des Erlenschulhauses. Hier legen wir die erste Streuobstwiese an. Damit sich die neuen Bewohnenden vor Ort gut einleben und artenreiche Gesellschaft erhalten, werden neben den Bäumen auch Wildstauden und -blumen um die Stämme gepflanzt. Sie sollen ein reiches Blütenangebot für Wildbienen und andere Insekten anbieten. Auch Niststrukturen und -plätze werden wir für sie alle errichten. Wir sind gespannt, was wir im Verlauf der Monate, Jahreszeiten und Jahre hier alles antreffen und betrachten dürfen.

Damit die Dienste, die so eine Fläche für die Natur und damit auch uns Menschen erfüllt, mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung erhalten, streben wir immer wieder auch das Mitwirken von Interessierten Menschen an. Wer mitanpackt knüpft Verbindungen und trägt sie in die Welt hinaus. Schön, sind wir auch im Schulhaus Erlen auf offene Ohren und Mitdenkende gestossen.  Wir freuen uns auf tatkräftige Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen im Freiluftlernort Streuobstwiese.

Entwicklungspotential

Eine Streuobstwiesenanlage kann gut ausgebaut und ergänzt werden, sollte dies im Sinne aller Projektbeteiligten sein. Als weitere Aufwertungsmassnahmen bietet sich z.B. an, wenig genutzte Randbereiche und Spielflächen ökologisch aufzuwerten sowie entlang von Zäunen zusätzlich Wildhecken mit Krautsaum zu pflanzen.